Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,
müder Pilger du!
Bei dem Kreuze kannst du rasten,
da ist Ruh.
Unter des Gerichtes Ruten
sieh am Kreuzesstamm
für dich dulden und verbluten
Gottes Lamm!
An dem Kreuze trug der Reine
deiner Sünde Lohn;
sieh, wie liebt dich dieser Eine,
Gottes Sohn!
Da stillt Er dein heiß Verlangen,
heilet deinen Schmerz:
Frieden wirst du da empfangen,
Müdes Herz!
Trost, Vergebung, ew’ges Leben
fließt vom Kreuz dir zu;
bei dem Kreuz wird dir gegeben
Himmelsruh!
- John Bunyan, Pilgerreise, St. Johannis 1957, S. 54-55
„Eines Tages auf meinem Weg durch ein Feld fiel dieser Satz auf meine Seele: «Deine Gerechtigkeit ist im Himmel.» Und mit den Augen meiner Seele sah ich Jesus, zur Rechten des Vaters. «Dort,» sagte ich, «ist meine Gerechtigkeit!» Das heisst: egal wo ich bin und was auch immer ich tue, Gott kann nicht zu mir sagen «Wo ist deine Gerechtigkeit?», denn sie ist immer direkt vor ihm.
Ich sah, dass es nicht der gute Zustand meines Herzens ist, der meine Gerechtigkeit besser macht. Auch macht nicht der schlechte Zustand meines Herzens meine Gerechtigkeit schlechter, denn meine Gerechtigkeit IST Christus. Da fielen meine Ketten wirklich von mir ab. Meine Versuchungen flohen und ich lebte voller Glück im Frieden mit Gott.
Nun konnte ich von mir selbst zu ihm hin schauen. Jetzt konnte ich meinen Charakter als die Münzen in der Tasche eines reichen Mannes ansehen, dessen ganzes Gold zu Hause sicher im Schrank verborgen ist. Oh, ich sah, dass mein Gold wirklich zu Hause im Schrank verborgen ist, in Christus, meinem Herrn. Nun war mir Christus alles: meine Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.“
- John Bunyan, Grace Abounding to the Chief of Sinners