Posts Tagged ‘Johannes Calvin’

Unsere Zuversicht und unser Ruhm

Januar 30, 2009  |  Zitate  |  No Comments

“Denn unsere Zuversicht, unser Ruhm,
der einzige Anker unseres Heils ist dies Eine,
dass Christus, der Sohn Gottes, uns gehört und daß wir wiederum
in ihm Gottes Kinder und Erben des himmlischen Reiches sind,
die durch Gottes Güte und nicht um ihrer eigenen Würdigkeit willen
zur Hoffnung auf die ewige Seligkeit berufen sind.”

- Johannes Calvin, Institutio, III,17,1

Mit dem himmlischen König vereint

September 19, 2008  |  Zitate  |  No Comments

Wir können die Kraft und den Segen des Königsamts Christi nur dann erfassen,
wenn wir bedenken, dass es geistlich ist. Das wird uns ja schon dadurch deutlich,
daß wir unser Leben lang unter dem Kreuze zu ringen haben
und unser Dasein jämmerlich und hart ist!

Was sollte es uns helfen, dass wir unter der Herrschaft des himmlischen Königs vereint sind,
wenn deren Früchte uns nicht außerhalb dieses Lebens zukämen?
Deshalb wollen wir nie vergessen, dass jene Seligkeit,
die uns in Christus verheißen wird, nicht etwa in irdischen Annehmlichkeiten besteht:
es geht nicht darum, dass wir ein fröhliches und kampfloses Leben führen,
reichen Besitz haben, von aller Not, allem Schaden unberührt bleiben
und alle Vergnüglichkeit im Überfluss haben, an der das Fleisch Gefallen hat.

Nein, es geht darum, dass uns das himmlische Leben zuteil wird!
Und wie in diesem Leben der Wohlstand und das Wohlergehen eines Volkes davon abhängt,
dass es einerseits ausreichenden Besitz und Frieden im Innern,
andererseits sicheren Schutz nach außen hat, so daß es gegen alle äußere Gewalt gefeit ist,
so rüstet auch Christus die Seinen reichlich mit allem aus,
was zum ewigen Heil der Seele nötig ist, festigt sie auch mit seiner Kraft,
dass sie unbesieglich dastehen gegen alle Anläufe geistlicher Feinde!

- Johannes Calvin, Institutio, II,5,4

Himmlische Schatzkammern

Juni 17, 2008  |  Zitate  |  No Comments

Dann ist uns nachher deutlich geworden,
dass sich uns der Herr aus freiem Antrieb
und aus reiner Milde in seinem Christus offenbart,
in dem er uns für unseren Jammer volle Glückseligkeit,
für unseren Mangel Reichtum anbietet
und in dem er uns alle himmlischen Schatzkammern öffnet.

So soll denn unser Glaube ganz auf Gottes geliebten Sohn schauen,
an ihm soll all unsere Erwartung hängen,
in ihm all unsere Hoffnung beschlossen sein und ruhen.

- Johannes Calvin, Institutio, III,20,1

Eine heilige Bruderschaft

Juni 4, 2008  |  Zitate  |  No Comments

Er hat sich nicht gescheut, anzunehmen, was uns eigen war,
damit wiederum auch uns eigen würde, was ihm zugehört —
so dass er jetzt mit uns ganz zusammengehört als Gottes Sohn
und Menschensohn. Daher denn diese heilige Bruderschaft,
die er selbst mit eigenem Wort so hoch erhebt:

„Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater,
zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh. 20,17).

Auf diese Weise sind wir des Himmelreichs als unseres Erbes gewiss,
weil ja Gottes einiger Sohn, dem dieses Erbe als sicherer Besitz zukommt,
uns zu Brüdern angenommen hat;
sind wir aber seine Brüder,
so sind wir auch Mitgenossen seines Erbes (Röm. 8,17).

- Johannes Calvin, Institutio, II,12,2

Wer will uns verklagen?

Mai 25, 2008  |  Bibel, Zitate  |  No Comments

Röm 8,33-34
33 Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt.
34 Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr,
der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.“

Das bedeutet doch das gleiche, als wenn er sagte:
Wer will die verklagen, die Gott losgesprochen hat?
Wer will die verdammen, die Christus mit seinem Schutz verteidigt?

Rechtfertigen bedeutet also nichts anderes, als einen Menschen,
der unter Anklage stand, gleichsam auf Grund erwiesener Unschuld
von der Schuld loszusprechen.

Wenn uns nun Gott auf Grund des Eintretens Christi für uns rechtfertigt,
so spricht er uns nicht in Anerkennung unserer eigenen Unschuld los,
sondern durch Zurechnung der Gerechtigkeit:
wir werden also in Christus für gerecht gehalten,
obwohl wir es in uns nicht sind.

- Johannes Calvin, Institutio, III,11,3

Die Gewißheit, Gottes Eigentum zu sein

Mai 24, 2008  |  Zitate  |  No Comments

Wenn ich nun aber den Ursprung der Buße im Glauben suche, so bedeutet
das doch nicht, daß ich mir etwa einen Zeitabstand zwischen beiden erträumte,
in welchem der Glaube die Buße hervorbrachte;

ich will nur darlegen, daß der Mensch nicht ernstlich nach der Buße trachten kann,
wenn er nicht weiß, daß er Gottes Eigentum ist.
Die Gewißheit, Gottes Eigentum zu sein,
kann aber nur der erlangen, der zuvor seine Gnade ergriffen hat.

- Johannes Calvin, Institutio, III,3,2

Das Kreuz als Zeichen des Fluchs

Mai 21, 2008  |  Zitate  |  No Comments

Christus ist in seinem Tode dem Vater als ein genugtuendes Opfer dargebracht worden; und durch sein Opfer ist nun die Versöhnung vollbracht, so daß wir nicht mehr vor Gottes Zorn zu erschrecken brauchen. Jetzt verstehen wir auch, was der Prophet meint, wenn er sagt: „Der Herr aber warf unser aller Sünde auf ihn“ (Jes. 53,6); Christus ist, um uns von all unserem Unflat zu reinigen, durch solche übertragende Zurechnung ganz mit der Sünde bedeckt worden.

Dafür ist das Kreuz, an das er geheftet wurde, ein Zeichen, wie uns der Apostel sagt: „Christus …hat uns erlöst vom Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns; denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jedermann, der am Holz hanget’ — auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu …“ (Gal. 3,13f.). Das meint auch Petrus, wenn er sagt: „Welcher unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat … auf das Holz …“ (1. Petr. 2,24); denn an diesem Zeichen des Fluchs erkennen wir um so deutlicher, daß die Last, die uns niederdrückte, ihm aufgelegt worden ist.

- Johannes Calvin, Institutio, II,16,6