Röm 5,5
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.
“Unbegreiflich und unveränderlich ist Gottes Liebe!
Denn er hat uns nicht erst zu lieben begonnen,
seitdem wir durch das Blut seines Sohnes mit ihm versöhnt sind;
nein, er hat uns schon vor Grundlegung der Welt geliebt,
damit wir mit seinem eingeborenen Sohn seine Kinder würden,
ehe wir überhaupt etwas waren!
Unsere Versöhnung durch das Blut des Sohnes
soll also nicht so verstanden werden,
als ob uns der Sohn zu dem Zweck mit Gott versöhnt hätte,
daß dieser nun erst anfinge, uns zu lieben,
die er doch zuvor gehaßt hätte;
nein, wir wurden mit ihm versöhnt,
als er uns bereits liebte — obwohl wir ja unserer Sünde wegen
mit ihm in Feindschaft waren”
- Augustinus, zitiert in: Johannes Calvin, Institutio, II,16,4
1. Tim 2,5-6
Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.
Der wahre Mittler aber, den du nach deinem geheimen Erbarmen den Menschen gezeigt und gesandt hast, dass sie an seinem Vorbild nun auch die Demut kennen lernten, jener «Mittler zwischen Gott und den Menschen», nämlich «der Mensch Christus Jesus», er trat zwischen die sterblichen Sünder und den unsterblichen Gerechten, sterblich wie die Menschen, gerecht wie Gott.
Durch seine Gerechtigkeit Gott verbunden, sollte er, da der Gerechtigkeit Lohn und Friede ist, die gerechtfertigten Sünder vom Tode befreien, dem Tode, den er mit ihnen teilen wollte.
Schon den Heiligen des Altertums ward er gezeigt, dass sie durch Glauben an sein künftiges, wie wir durch Glauben an sein vergangenes Leiden gerettet werden sollten. Denn sofern er Mensch ist, sofern ist er auch Mittler, sofern er aber das Wort ist, ist er nicht Mittler, sondern Gott gleich, Gott bei Gott und zugleich der einige Gott.
- Augustinus, Bekenntnisse, Zehntes Buch, Kapitel 43